Leipzigs Spitzenschwimmern scheint die Gebirgsluft gut bekommen zu sein. Unmittelbar nach dem mehrwöchigen Höhentrainingslager in Bulgarien konnten sie am Wochenende bei den Offenen Sächsischen Meisterschaften in der heimischen Uni-Schwimmhalle mit 17 Titeln und 39 Podestplätzen in der offenen Klasse glänzen und damit das starke Vorjahresergebnis (16 / 36) übertreffen. „Die Titelausbeute war sehr gut“, konstatiert Coach Frank Embacher.

Für das Ausrufezeichen der Meisterschaften sorgte SSG-Schwimmer David Thomasberger, der über die 200m Schmetterling mit seiner Zeit von 1:57,90 Minuten unter die Top Ten der aktuellen Weltrangliste schwamm. „Das war direkt nach dem Trainingslager sehr gut. Damit hätte ich nicht gerechnet“, so der mehrfache Deutsche Meister, der in Leipzig auch die 200m Lagen (2:04,04) für sich entschied und Gold mit der 4x100m Freistilstaffel holte. „Aber das was zählt, ist was in drei Wochen herauskommt“, blickt der 23-Jährige voraus. Dann will er bei Meetings in Bergen (Norwegen, 05.-07.04.) und Eindhoven  (Niederlande, 12.-14.04.) die Qualifikationszeit für die Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 angreifen. Diese steht bei 1:56,30 Minuten und scheint nach der Leistung vom Wochenende in Reichweite für Thomasberger, dessen persönliche Bestzeit (1:56,46) nur wenige Hundertstel darüber liegt. „Damit können wir sehr positiv in die Vorbereitung auf die nächsten Wettkämpfe gehen“, meint so auch Frank Embacher.

Fleißigster Titelsammler des vergangenen Wochenendes war Paul Hentschel. Er war an vier der insgesamt elf Siege, die die Schwimmer der SSG Leipzig zum Erfolg des Stützpunktes beisteuerten, beteiligt. Der European Games Champion von 2015 gewann die 400m Freistil (4:01,81), 400m Lagen (4:34,61), 200m Freistil (1:53,88) und gemeinsam mit Thomasberger sowie Jeremy Collin Pfeiffer und Tim Wilsdorf die 4x100m-Staffel.

Bei den Damen war Lia Neubert mit drei Titel die erfolgreichste SSG-Schwimmerin des Wochenendes, an dem die EM-Medaillengewinnerin Marie Pietruschka wegen Atemwegsproblemen fehlte. Neubert sicherte sich Gold über die 100 und 200m Freistil (57,48 / 2:02,44). Zudem gewann sie den Titel als Sächsische Meisterin über die 50m Freistil (26,56), obwohl sie hier nur als Zweite anschlug. Da vor ihr aber mit Jenny Lahl eine Gast-Athletin aus Berlin landete und die Titel nur an Sportler aus dem Freistaat gehen können, durfte sich Neubert dreimal über die Auszeichnung als Sächsische Meisterin freuen.

Bei den Herren führte diese Regelung dazu, dass Jeremy Collin Pfeiffer über die 50m Rücken (26,90) sogar nur der vierte Platz im Finale zum Meistertitel reichte. Über die 200m-Strecke wurde der SSG-Schwimmer hingegen souverän mit Platz eins in 2:05,41 Minuten Sächsischer Meister.

Über jeweils zwei Titel durften sich am Wochenende Lea Marsch (SSG, 200m Lagen, 400m Lagen) und Ludwig Müller (SVV Plauen, 100m Brust / 200m Brust) freuen. Auch Julia Mäder (SSV Leutzsch – 100m Schmetteling) und Louis Dramm (Dresdner Delphine, 800m Freistil) standen ganz oben auf dem Podium und sorgten dafür, dass die Meistertitel in Leipzig blieben. In der Juniorenwertung konnten die Gastgeber sieben Titel holen, allein drei davon gingen auf das Konto von Jeanna Vu (SSG Leipzig).

„Wie erwartet war es nach dem Trainingslager auf den kürzeren Distanzen noch etwas schwierig, aber auf den längeren Strecken deutlich besser. Es fehlt also jetzt noch die Erholung, die gerade für die älteren Sportler wichtig ist“, meint Coach Embacher und fasst zusammen: „Gelungener Übergang vom Trainingslager in den ersten Wettkampf und jetzt kommt die Vorbereitung auf die Qualifikation für die internationalen Meisterschaften im Sommer.“

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